Safari in Afrika

 

Das Wort Safari kommt aus dem Suaheli-Sprachgebrauch das wiederum aus dem Arabischen stammt, bedeutet Reise. So gesehen ist der folgende Bericht, auch wenn es eine Schiffsreise ist, hier richtig.

Bericht über eine Liembafahrt auf dem Tanganjikasee

11. 12. 2011 Ankunft mit dem Flugzeug in Kigoma. Wir nehmen uns ein Taxi und fahren zum Coast View Hotel. Wir hatten uns von einen Europäer in Dar es Salaam der in Kigoma lebt, das Coast View Hotel empfehlen lassen. Wir waren erfreut über das schöne und preiswerte Hotel. Übernachtung und Frühstück 20 €. Das Hotel steht auf einen Berg und bietet eine herrliche Aussicht, ist aber über einen sehr schlechten Weg nur zu erreichen. Den Taxis wird einiges zugemutet die die Gäste herauf bringen, es ist aber wohl üblich in ganz Tansania. In Deutschland kann ich mir nicht vorstellen das ein Taxischofför solch Fahrten annehmen würde. Wir haben uns erst ein wenig frisch gemacht und ausgeruht ehe wir wieder nach unten marschiert sind um am Hafen Erkundungen einzuholen. Der Schalter für den Fahrkartenverkauf war zu. Jetzt wissen wir aber wenigstens die Öffnungszeiten. Montag den 12.12. um 7 Uhr frühstücken und wieder 45 Minute Fußweg zum Schalter am Anlegeplatz der Liemba. Der Weg ist sehr tückisch und man wird auf diesen Weg schnell zum Opfer. Am Schalter erfahren wir das die Liemba am heutigen Tag erwartet wird und am 28. 12. erst wieder auf Fahrt geht. Bis zum Eintreffen der Liemba sahen wir uns in Kigoma um und knüpften Kontakte zu der Hafenverwaltung. Um 16 Uhr trifft die Liemba ein und man ermöglicht uns das Hafengelände, das hinter der Einreisekontrolle liegt, für Videoaufnahmen zu betreten. Das Aussteigen der Passagiere glich ein Herabklettern von der Liemba und es machte uns Angst das nicht mehr leisten zu können. Ich bin Jahrgang 1942 und eine meiner Hüften ist gerade erneuert worden und die Zweite hat es nötig. Wir erfahren das eine Passage mit der Liemba erst am 26.12. buchbar ist. Bis dahin verlief jeder Tag gleich. Morgens Berg runter und abends Berg rauf. Grund für so wenig Flexibilität war unser Erlebnis zum Beginn unserer Reise. Wir wollten am 06.12. wie im vorherigen Jahr geplant und wo es nicht geklappt hatte, mit der Eisenbahn in Tansania von Dar es Salaam nach Kigoma am Tanganjiksee fahren. Diesmal hätte es beinahe klappen können. Am Flughafen in Daressalam am 04.06. angekommen, wartete Doris am Band vergeblich auf ihr Gepäck. Verlustmeldung aufgegeben und mit Hoffnung statt Gepäck fuhren wir nachts um 3 Uhr ins Hotel. Der nächste und die weiteren Tage brachten uns nicht weiter. Die Bahn fuhr ohne uns nach Kigoma und es sollte bis auf weiteres die letzte sein. Am 08.12. buchten wir einen Flug für den 11. 12. um die Fahrt mit der Liemba nach Sambia und zurück zu unternehmen. Doris hatte sich notdürftig mit einer Hose, einen Rock und ein paar Blusen neu ausgestattet. Es fehlte Regenbekleidung, festes Schuhwerk und alles was man so braucht. Ein Nationalparkbesuch wie den Ngombe war damit ausgeschlossen. Am 26.12. konnten wir unsere Fahrkarten für die erste Klasse Kaufen. 200 Usd. pro Person bis Sambia und zurück. Mittwoch der 28.12 um halbsechs gehts endlich los.

Die Passagiere gehen von Bord der Liemba.

Die Brücke auf der Liemba.

Die Passagiere kommen an Bord.der Liemba

Ersteklasse-Kabinen der Liemba

Die Kabine ist akzeptabel und günstig gelegen. Das Einschecken der Passagiere mit dem unterschiedlichsten Gepäck ist ein Erlebnis. Mit uns fuhren noch 12 Europäer aus unterschiedliche Länder. Abends gabt es in der Kantine der Liemba für umgerechnet 3,50 € ein Büfett. Um 23 Uhr war der erste Halt auf dem Tanganjikasee, einige Passagiere und Waren wechselten in kleine Boote und neue Passagiere und Ware wurden aus den Booten übernommen. Bis zum 30. 12. Gegen 16 Uhr wiederholten sich der Wechsel von Passagiere und Waren auf dem Wasser an einzelne Orte am Tanganjikasee und dann war Kasanga, der letzte Halt in Tansania, erreicht. Dieser Ort hat einen Hafen und wir unternahmen einen Landgang. Die folgende Nacht blieb die Liemba im Hafen liegen. Es war die ruhigste Nacht der ganzen Fahrt. Sonnabend 31.12. um 15 ging es weiter auf die letzte Etappe bis Sambia. Um 8 Uhr war der Hafen von Mpulungu in Sambia erreicht. In Sambia verließen die meisten Passagiere, Einheimische wie Europäer, die Liemba. Auch wir konnten ohne Formalitäten in Sambia an Land gehen, was aber Schwierigkeiten hätte bereiten können. Der normale Vorgang ist eine Ausreise aus Tansania, eine Einreise mit Gebühren für Sambia, eine Ausreise aus Sambia und wieder eine Einreise für Tansania mit Gebühren. Einheimische Besucher stürmten das Schiff und machten es zu einen Hexenkessel. Unter ihnen Händler, Geldwechsler mit riesige Geldbündel und Kinder die sehr flinke Hände hatten und uns ganz schön beschäftigten. Bis 22 Uhr wurden Waren, hauptsächlich kleine Fische in Säcken verpackt, entladen. Es war augenscheinlich das der Handel eine Domäne der Frauen aus Tansania und Sambia war. Wir hatten in Deutschland einen Film über die Liemba und deren Kapitän im Fernsehen gesehen. Den Kapitän erkannten wir wieder auf dem Schiff. Er war bei allen Ereignissen auf der Liemba präsent. Er legte überall Hand an, ob beim Warenabdecken mit Bohlen, den Schiffskran bedienen oder Passagieren behilflich sein. Er sorgte am Sylvesterabend für Stimmung in der Kantiene und zündete zur Begrüßung für das Jahr eine Signalrakete. Am Neujahrstag wurde neue Ware geladen bis es kaum noch Platz gab. Das erklärt auch das chaotische Aussteigen in Kigoma das wir erlebt hatten. Zwischen den Verladearbeiten kamen die neuen Passagiere an Bord. Um 16 Uhr verlassen wir den Hafen von Mpulungu. Abends geht es hoch her in der Kantine. Ich habe entgegen meiner Natur ein sambische Händlerin animiert und ein Vulkanausbruch in Form eines anzüglichen Tanzes inszeniert. Der Barmixer war peinlich berührt und das Publikum war begeistert. Am 2.01.2013 steuerten wir wieder Kasanga an. Auf dem Schiff grüßte uns eine Afrikanerin die uns schon beim Einschiffen in Kigoma aufgefallen war und die nun ein Gespräch mit uns suchte. Auf dem Schiff hatten wir sie zu den Mahlzeiten in Gesellschaft gesehen und sie wirkte immer etwas traurig. Aus dem Gespräch erfuhren wir das sie die Gattin des Kapitäns war. Sie sprach so wie wir kein Wort englisch, aber Suaheli. Sie erzählte viel und machte Pläne für Kigoma. Die Kapitänsfrau hatte wohl nicht oft mit Europäern sprechen können. Wir erzählten in welchen Hotel wir wohnten und sie versprach uns abzuholen um uns ihre Kinder vorzustellen. Die letzten Tage vertieften wir unsere Eindrücke von der Liemba und am 03.01. waren wir mit 2 Tage Verspätung wieder in Kigoma.

Fracht aufnehmen auf der Liemba

Boote steuern die Liemba an

Fracht aufnehmen auf der Liemba

Nächtlicher Kulisse beim Beladen

Wir wurden zum Abschied auf die Brücke bestellt und da gab es noch eine kleine Überraschung. Die Kapitänsfrau stellte uns ihren Mann vor und dieser hieß Titus Benjamin Mnyanyi. Wir hatten die ganze Zeit einen anderen Mann für den Kapitän gehalten. Er war aber zu Zeit der Filmaufnahmen der amtierende Kapitän und ist jetzt immer noch ein sehr geachteter Mann an Bord der Liemba. Der Kapitän bekräftigte nochmals die Einladung seiner Frau. Wir hatten noch einige Tage in Kigoma bis zu unseren geplanten Rückflug nach Daressalam und waren froh über Abwechslung. Wir unternahmen einen Strandausflug zur Golden Beach bei Kigoma, wir lernten das Haus kennen und konnten das private Archiv über die Liemba von Kapitän Titus Benjamin Mnyanyi sehen. Wir hatten noch in den letzten Tagen eine nette Bekanntschaft gemacht und der wir noch einen kleinen Bericht von ihrer Fahrt verdanken. Sie hatte auch vor die gleiche Fahrt mit der Liemba zu unternehmen und was wir bei der Verabschiedung auf dem Flughafen von Kigoma der Kapitänsfrau erzählten.

Der alte Kapitän der Liemba

Strandausflug zur Golden Beach

Strandvergnügen an der Golden Beach

Baden im Tanganjikasee

 

Aushang auf der Liemba

Streckenführung, Entfernungen und Preise für eine Fahrt mit der Liemba von Kigoma in Tansania über

KARAGO, TONGE, SIGUNGA, HEREMBE, K/MSENGA, RUKOMA, LAGOSA, KIBWEZA, KALYA, IKOLA, KAREMA, KABWE, KOLONGWE, KILANDO (C), KIPILI, NINDE, WAPEMBE, KALA, KASANGA, MPULUNGU in Sambia.

Wer einen weiteren Safaribericht aus Afrika noch lesen möchte

 

 

 

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