Reiseberichte Kalokol aus Allein unterwegs in Nordkenia von Jörg Wurmisch

 

Kalokol Turkanasee

Die Strecke nach Kalokol ist bedeutend besser als die Strecke von Kitale nach Lodwar. Sie beträgt ca. 65 km und ist wenig befahren. Das Matatu beförderte nicht nur Personen innerhalb des Fahrzeugs, sondern auch auf dem Dach. Unterwegs gab es kleine Ansiedlungen zu sehen.

In Kalokol war es so heiß, daß ich um meinen Fotoapparat bangen mußte, denn den konnte man kaum noch anfassen. Ein Thermometer was ich mir aus Deutschland mitgebracht hatte zeigte 38 Grad C im Schatten an. In dem Ort wurde mit norwegischer Hilfe in den achtziger Jahren eine Fischfabrik gebaut und wegen Elektrizitätsmangel wieder stillgelegt. Der Bau hatte viele Turkana veranlaßt dort seßhaft zu werden. Das hat dazu geführt daß das Land, durch intensives Abholzen der Bäume für Brennholz, heute fast baumlos ist. Einen Inselbesuch von Central Island, der mir in Kalokol angeboten wurde, wollte ich nicht machen, denn als Einzelperson ist er mit 100 Dollar ziemlich teuer. Es war ohnehin für die geplante Tour am 10.06.05 ein Besuch dieser Insel von der anderen Seite des Turkanasees vorgesehen.

Wir nahmen noch einen Fischer aus Kalokol mit und erreichten den Ferguson`s. Gulf nach einem anstrengenden Fußmarsch. Der Ferguson`s. Gulf war durch viele Niederschläge, es herrschte ja Regenzeit, beachtlich angeschwollen. Wir nahmen deshalb ein Boot das erst nach der Rückfahrt bezahlt werden sollte. Eine kleine Segelpartie war noch mit inbegriffen. Das Boot hatte alles mögliche geladen, so daß es keine vergnügliche Segelpartie war. Am Ufer des Turkanasees steht eine Lodge die geschlossen ist. Lange ist es her, daß hier Touristen zum Fischen kamen. Sie kamen meistens mit dem Flugzeug. Der Turkanasee ist für seinen Fischreichtum bekannt. Das Fangboot der Fischfabrik liegt, seitdem ein Wasserprojekt in Äthiopien den See abgesenkt hat, auf dem Trockenen.

Wir besuchten eine kleine Ansiedlung der Turkana. Bier das heiß war und das die Turkana mir aus ihrem Privatbesitz verkauft hatten, tranken wir gemeinsam. Fotografieren lassen wollte sich von den traditionell lebenden Turkana, trotz der Runde, keiner.

Meinen Führer mußte ich die dritte Flasche. die er sich selbst gekauft hatte, aus der Hand nehmen. Auf dem Rückweg kamen erhöhte Forderungen für die Passage, so daß ich begann den Ferguson`s. Gulf zu durchwaten. Ich hatte es schon bei meinem Aufenthalt, durch Beobachtung, als machbar erkundet. Es blieb bei dem ursprünglichen Preis und ich mußte nicht waten. Die zwei Tage waren nicht nötig um den Turkanasee an dieser Stelle zu erkunden und deshalb fuhren wir noch am selben Tag mit dem Matatu, das uns nach Kalokol gebracht hatte, wieder nach Lodwar zurück. Mein Führer bekam von mir sein Geld für zwei Tage, mit dem er aber recht unzufrieden war, weil kein Geschenk oben drauf gelegt wurde. Ich hatte aber die Gewißheit, daß er mit den Fischern eine geheime Absprache gehalten hatte und sagte ihm daß ich keinen Führer an dem nächsten Tag bräuchte. Meine nächste Unternehmung, eine Fahrt nach Lokichoggio habe ich, wie alle weiteren, ohne Führer und Probleme durchgeführt.

Ich führe über alle Stationen der Safari

 

 

 

 

 

Turkanasee Information

Der Turkana-See, früher Rudolfsee genannt, ist mit 6405 kmē das größte Binnengewässer Kenias. Der nördliche Zipfel gehört zu Äthiopien. Sein Entdecker Graf Teleki hat ihm zu Ehren des österreichischen Thronfolger Kronprinz Rudolf ursprünglich den Namen Rudolfsee gegeben. Der See liegt im Ostafrikanischen Graben, einer geologischen Schwächezone der Erdkruste, an der sich der afrikanische Kontinent teilt. Rund um den See befinden sich zum Teil sehr aktive Vulkane. Das Klima im Norden Kenias ist sehr heiß und trocken und die Vegetation dem entsprechend sehr karg. Der Turkanasee versalzt immer mehr, da der See zwar einen Zufluss, den Omo aber der Abfluß jedoch ausschließlich über Verdunstung verliert Da mehr Wasser verdunstet als hinzufließt, nimmt der Wasserspiegel allmählich ab. Das Wasser des Turkana-Sees ist äußerst fisch- und algenreich. Dominierende Fischarten sind Tigersalmler und Nilbarsche, die teilweise über 100 kg schwer werden. An den Ufergebieten leben zahlreiche Krokodile. In der Nähe des Turkana-Sees befindet sich auch die erste Fundstelle eines Homo rudolfensis. Er wurde nach seinem Fundort (Rudolfsee) benannt.

 

Lodwar

 

 

 

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