Tasmanien

Reiseberichte Tasmanien

Aus dem Sanella-Album Australien

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Auf dieser Seite befindet sich der Teil Tasmanien aus dem Sanella Album:

Australien Neuseeland

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Klipper segeln um die Wette

In einem Seitenbecken entdecken wir einen alten, abgetakelten Weizenklipper, eines der sagenhaften Schiffe, die im vergangenen Jahrhundert regelmäßig nach Australien segelten, um Weizen und Wolle so schnell wie möglich nach Europa zu holen. Als wir mit einem kleinen Dampfer nach Hobart, der Hauptstadt Tasmaniens fahren, kommt heftiger Wind auf. Unser Pott schlingert und stampft in der Dünung. Der Regen peitscht gegen die Bullaugen. Wir sitzen warm und gemütlich in einer Ecke der Kajüte. Vor uns dampft der Tee in den Gläsern. Der Zahlmeister hat sich zu uns gesetzt und erzählt von den Wettfahrten der Klipper nach Melbourne.

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"Die ersten Klipper bauten die Amerikaner, als Gold in Kalifornien gefunden wurde. Abenteurer aus allen Ländern wollten so schnell wie möglich nach Amerika, um sich auch Millionen aus der Erde zu buddeln. Ein paar Jahre später wurde in Neusüdwales Gold entdeckt, und nun strömte alles nach Australien. Jetzt fingen auch die Engländer an, Klipper nach der anderen Seite der Welt zu schicken. Sie bauten noch schnellere Schiffe, die zwei= und dreihundert Seemeilen am Tag zurücklegten." "Alles nur, um noch mehr Goldsucher nach Australien zu bringen?" fragt Klaus. "Nein, nicht nur deshalb. Inzwischen waren die australische Wolle und der australische Weizen berühmt geworden. Wilde Spekulationen wurden gemacht. Wer den Weizen zuerst in Liverpool hatte, der bekam die höchsten Preise. Eine Reederei verpflichtete sich, die Strecke Liverpool-Melbourne in 68 Tagen zu schaffen. Kurze Zeit später meldete eine zweite Schiffahrtsfirma, ihre Klipper würden in 63 Tagen von England nach Australien segeln. Was meint ihr, was da los war an Bord, bei einer solchen Weizenregatta um die halbe Erde?!

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Weizenklipper im Sturm

Diese in jener Zeit schnellsten Schiffe der Welt brachten im vorigen Jahrhundert die Weizenladungen von Australien nach Europa. Ihre Kapitäne und Mannschaften waren tollkühne Männer, die auch im ärgsten Sturm nicht ans Segelreffen dachten. Den Schiffen, die den Weg in kürzester Zeit zurücklegten, winkten hohe Prämien.

Weizenklipper im Sturm

Die Klipper waren hölzerne, schnellaufende Segelschiffe (etwa 14 Knoten), die meistens als Schoner getakelt waren und vor dem Aufkommen der Dampfer den Tee aus China und den Weizen aus Australien nach Europa brachten. Lange wehrten sich die Klipper mit niedrigen Frachtraten gegen den Wettbewerb der Dampfer; aber schließlich erlagen sie doch der Konkurrenz.

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Die Kapitäne erhielten ein paar hundert Pfund Prämie, wenn sie es schneller schafften, als die Klipper der anderen Reederei, und die Mannschaft bekam zusätzliche Rumrationen. Jeder Fetzen Leinwand wurde gesetzt, um soviel Fahrt wie möglich zu machen. Wenn jemand an Bord vom Reffen sprach, weil sich die Masten bogen und der Sturm die Segel zerfetzte, dann lachten die tollkühnen Klipperkapitäne: "Gerefft wird in Melbourne!" Am Abend - wir sind schon fast 12 Stunden auf dem Wasser - sehen wir an Steuerbord die Umrisse der Flinders=Inseln. Vor gut 150 Jahren tauchten hier - auf den Inseln zwischen Tasmanien und dem Festland - viele Weiße auf. Es waren meistens Robbenjäger und Walfänger. Hier unten gab es damals Tausende und Zehntausende von Seelöwen. Heute sind es nur noch wenige, denn die Jäger leisteten so gründliche Arbeit, daß man ein Schutzgesetz schaffen mußte, um die Tiere vor dem Aussterben zu bewahren.

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Der Teufel wohnt auf Tasmanien

Morgens laufen wir in den Hafen von Hobart ein. Groß und mächtig erhebt sich der Mount Wellington hinter der Stadt. Um seinen Gipfel hängen dicke Regenwolken. Wir schlagen die Kragen unserer Regenmäntel hoch und schauen uns die Stadt an. Alles ist viel ruhiger hier als in Sydney - der Verkehr und auch die Menschen. Aber das Wetter wird zu ungemütlich - jetzt beginnt es sogar zu schneien! Im Trapp laufen wir zur Bahn. Einige Stationen vor Fitzgerald - weiter im Innern der Insel - steigen wir aus. Vor dem Bahnhofsschuppen steht ein klappriges, hochbeiniges Auto. Ein 12= oder I3jähriger Junge sitzt hinter dem Steuer. "Kannst du uns sagen, wie wir nach Raleighs Mill kommen?" frage ich ihn. Raleigh ist der letzte Name auf Vaters Liste. "Das kann ich!" lacht der Junge und tritt auf den Starter.

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"Ich heiße Jack Raleigh. Das trifft sich gut, ich mußte ein paar Frachtbriefe zur Bahn bringen. Steigt ein!" Es regnet immer noch. Die Wege sind aufgeweicht. Alle Augenblick geht es durch tiefe Pfützen. Der Wagen schleudert ein paarmal; aber Jack kennt hier anscheinend jedes Schlagloch. An beiden Seiten des Weges ist dichter Wald. Zwischen den Buchen und Fichten stehen meterhohe Farne und Grasbäume. Nach einer knappen Stunde Fahrt taucht vor uns eine Lichtung mit einigen Häusern auf. "So - da sind wir!" sagt Jack und stoppt den Wagen vor dem Wohnhaus.

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Robbenjäger bei der Seelöwenjagd

Tausende und Zehntausende von Seelöwen bevölkerten vor gut 150 Jahren die Inseln zwischen Tasmanien und dem australischen Festland. Erbarmungslos wurden sie ihres Trans und ihrer Felle wegen gejagt, so daß man sie schließlich durch Schutzgesetze vor ihrer Ausrottung bewahren mußte.

Robbenjäger bei der Seelöwenjagd

Die Seelöwen aus der Familie der Ohrenrobben werden bis zu 5 Meter lang. Große Herden dieser Robben bevölkerten früher die Inseln südlich Australiens. Planloser Robbenschlag - durch Keulenschläge auf den Kopf werden die an Land befindlichen Tiere getötet - rottete die Seelöwen fast vollständig aus. Heute bestehen eine Reihe von Gesetzen zum Schutz der Tiere.

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Hobart auf Tasmanien

Eines Morgens laufen wir in den Hafen von Hobart auf Tasmanien ein. Groß und mächtig erhebt sich hinter der Stadt der Mount Wellington. Hobart hat 65 000 Einwohner, eine umfangreiche Industrie und ist der wichtigste Hafen der Insel. Doch ist hier alles sehr viel ruhiger als in Sydney - der Verkehr und auch die Menschen. Wir wollen uns die Stadt näher anschauen.

Hobart auf Tasmanien

Eines Morgens laufen wir in den Hafen von Hobart auf Tasmanien ein. Groß und mächtig erhebt sich hinter der Stadt der Mount Wellington. Hobart hat 65 000 Einwohner, eine umfangreiche Industrie und ist der wichtigste Hafen der Insel. Doch ist hier alles sehr viel ruhiger als in Sydney - der Verkehr und auch die Menschen. Wir wollen uns die Stadt näher anschauen.

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 Herzlich werden wir begrüßt. Die Raleighs haben ein Sägewerk. Nach dem Essen zeigt uns Mr. Raleigh das Maschinenhaus, die großen Sägen, mit denen ein Baum auf einmal in 15 oder 20 Bretter zerschnitten wird und die kräftigen Schlepper, die die schweren Stämme heranholen. Als wir abends alle zusammensitzen, dringt plötzlich vom Hühnerschuppen Lärm herüber. Die Hühner gackern aufgeregt, es poltert heftig, und dazwischen hören wir ein heiseres Knurren. "Der Teufel ist bei den Hühnern!" ruft Jack und läuft zur Tür. Mr. Raleigh, Klaus und ich stürmen hinterher. Als Jack die Tür zum Hühnerstall öffnet, schießt ein wütend knurrendes Tier, das aussieht wie ein Mittelding zwischen Wildschwein und Bär, auf ihn zu und schnappt nach seinen Beinen. Klaus, der im Laufen einen Knüppel aufgenommen hat, schlägt dem heftig um sich beißenden Tier auf die warzige Schnauze. Dafür wird er aber nun angegriffen. Das häßliche, flinke Biest - es ist ein Beutelteufel! - beißt sich am Ende des Stockes fest. Komisch sieht das aus: an der einen Seite zieht Klaus - an der anderen Seite der schwarze, zornige Teufel mit der breiten Schnauze und den böse funkelnden Augen! Bauz! Mr. Raleigh hat geschossen und haargenau getroffen!

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Der Hühnerräuber fällt auf die Seite, schlägt noch ein paarmal mit den Pfoten - dann liegt er still. Im Stall finden wir 14 Hühner und 7 Gänse, tot, mit durchbissenem Hals. Drei Tage bleiben wir auf Raleighs Mill. Tagsüber arbeiten wir mit den Männern im Wald oder streifen mit Jack in der Umgebung umher. Und abends erzählt Mr. Raleigh von den Ureinwohnern Tasmaniens, die heute ausgestorben sind; von den Apfelplantagen der Ostküste, vom Beutelwolf; vom "Tasmanichen Tiger", der vom Wolf den Körperbau und vom Tiger Streifen geerbt hat; vom Südwesten des Landes, der auch heute noch kaum erforscht ist; und er berichtet von Tasman, dem holländischen Seemann, der für zwei Monatslöhne Tasmanien und noch eine ganze Menge mehr entdeckte. "Die Insel die heute Tasmanien heißt, wurde 1642 von Abel Tasman entdeckt. 39 Jahre war er alt, als sein Schiff an der Ostküste Anker warf und er die Insel für die Niederlande in Besitz nahm. Er war ein tüchtiger Kerl, ein Draufgänger, der sich in wenigen Jahren vom Matrosen zum Kapitän heraufgearbeitet hat.

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Bevor er vom Generalgouverneur von Holländisch=Ostindien nach Süden geschickt wurde, um dort das Land und die Schiffahrtswege zu erkunden, hatte er in Japan Handel getrieben und als Freibeuter die Chinesische See unsicher gemacht. Das war damals durchaus ein ehrenwerter Beruf. Wer Glück hatte, konnte dabei Admiral werden. Wenn es schief ging, wurde er gehängt!"

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Klaus beim Tauziehen mit dem Beutelteufel

Als Jack die Tür zum Hühnerstall öffnet, schießt ihm ein wütend knurrendes Tier entgegen und schnappt nach seinen Beinen. Und als Klaus ihm dann zu Hilfe eilt und den Beutelteufel mit einem Stock angreift, beißt sich dieser daran fest und wird von Mr. Raleigh mit einem wohlgezielten Schuß zur Strecke gebracht. 14 Hühner und 7 Gänse sind dem Hühnerräuber zum Opfer gefallen.

Klaus beim Tauziehen mit dem Beutelteufel

Der Beutelteufel lebt nur auf Tasmanien. Er hat seinen Namen zu Recht; denn er ist nicht nur häßlich und plump, sondern auch bösartig und blutdürstig. Er tötet nicht bloß, wenn er Nahrung sucht. Häufig würgt er 30 und mehr Hühner bei einem einzigen nächtlichen Besuch einer Farm.

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Abel Tasman auf der Kommandobrücke

Vom Matrosen arbeitete sich der Holländer Abel Tasman zum Kapitän hinauf. 39 Jahre war er alt, als er seine Entdeckungsreisen in die damals noch unbekannten australischen Gewässer unternahm. 1642 entdeckte er die Insel Tasmanien, die seitdem seinen Namen trägt.

Abel Tasman auf der Kommandobrücke

Abel Janszoon Tasman wurde 1603 in Groningen (Holland) geboren. Er segelte 1642 um Austrat lien herum, entdeckte Tasmanien, Neuseeland, die Fidschi und Tongainseln. 1644 erkundete er die Küste des Carpentaria=Colfs und nahm das Gebiet kartographisch auf. Er starb im Oktober 1659 in Batavia (Djakarta).

 

 

Tasmanien, die größte Insel des Australischen Bundes umfasst eine Fläche von 68.400 kmē . Die vorgelagerte Inseln umfassen nochmals eine Fläche von 64.519 kmē. Die Bass-Straße, welche die Insel vom australischen Festland trennt, wird im Nordwesten durch King Island, an der Nordostspitze von Flinders Island flankiert. Landschaftlich dominieren Gebirge und Hochebenen bis circa 1.600 m Höhe die Insel. Die höchste Erhebung ist der Mount Ossa (1.617 m).

Tasmanien liegt zwischen 40° und 44° südlicher Breite sowie zwischen 144° und 149° östlicher Länge. Mit 296 km Nord-Süd-Ausdehnung und 315 km von Ost nach West) macht sie 0,89 % der Gesamtfläche Australiens aus. Die Insel liegt auf der Südspitze des australischen Kontinentalschelfs und ist annähernd so groß wie Irland. Sie ist die weitaus größte der über hundert Inseln des Bass-Archipels. Es gibt dort noch relativ viele naturbelassene Landschaftstypen. Etwa ein Viertel der Insel sind als UNESCO-Weltnaturerbe ausgewiesen, zu 37 % besteht die Insel aus Nationalparks.[1] Besonders eindrucksvoll sind die Landschaft am Cradle Mountain sowie die unberührte und teilweise schwer zugängliche Wildnis des Südwestens. Auch die 1300 km südlich gelegene Macquarieinsel gehört zum Bundesstaat Tasmanien.

 

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